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Dienstag, den 18. September 2018 um 18:44 Uhr

Seit über 25 Jahre übe ich nun schon meine große Leidenschaft Laufsport aus!

In dieser Zeit habe ich schon sehr viele unvergessliche Wettkämpfe und Laufabenteuer bestritten – darunter die europäischen „Klassiker“ wie z.B. die Bieler Laufnacht (Schweiz/100 Kilometer) den UTMB (inoffizielle Trail Weltmeisterschaft/ Charmonix) oder auch den Lavaredotrail (Italien/ 120 Km) – ein absolutes Highlight war natürlich auch mein / unser Jakobsweglauf von Saint Jean Piet de Port /Frankreich bis nach Santiago de Compostella /Spanien den ich gemeinsam mit Spezi Richard bestritten habe (da gab es ja auch noch den Alpe Adria Trail in 4 Tagen Lächelnd )
Ein letztes wirklich großes Abenteuer welches ich unbedingt einmal machen wollte war mir bis jetzt einfach immer zu teuer - Der GORE-TEX TRANS ALPIN RUN (kurz TAR genannt) – Immerhin beläuft sich alleine das Startgeld für den TAR pro Team auf 1570.- Euro – da kommen dann noch Hotel und Transportkosten hinzu sodass man in dieser Woche mit mindestens 1500.- bis 2000.- Euro Ausgaben rechnen muss ….
Heuer war es aber soweit – der TAR stand ENDLICH auf meiner To Do Liste – und die Vorfreude war schon viele Wochen davor riesig!
Der Slogan des TAR – „3 Countrys – 2 Runners – 1 Week! It´s a Dream“ – sagt schon einiges über dieses Rennen aus.
Es ist wohl eines das letzten großen (Lauf-) Abenteuer – seit 2005, also heuer zum bereits 14. Mal, wird dieses Trail- Etappen Rennen ausgetragen. Das Besondere daran – es ist ein reiner Zweier- Teambewerb!  Als Einzelstarter kann man daran gar nicht teilnehmen, und sollte während der 7 Etappen ein Teampartner wegen einer Verletzung o. ä. aufgeben müssen darf man allein nicht mehr weiterlaufen. Einzige Möglichkeit ist dann sich ein Team zu suchen das einem quasi „Asyl“ gewehrt um dann in einem dreier Team weiterzulaufen!
Der heurige TAR führte von Garmisch Partenkirchen (Deutschland) aus über Nassereith, Imst, Mandarfen im Pitztal, Sölden (alle Österreich), St. Leonhard im Passeier, Sarnthein bis nach Brixen (Italien). Dabei legten wir über 260 Kilometer inklusive 16.000 Höhenmeter zurück. Höchster Punkt war der Rettenbach Ferner auf 2992 Meter – hier galt es dann auch ein ca. 200 Meter langes Bergabstück auf der Riesentorlauf Weltcupstrecke der Skifahrer zu überwinden.
Die Etappenlängen waren offiziell mit 44 km, 28 km, 51 km, 29 km, 32 km, 34 km und 36 km angegeben – ich neigte im Vorfeld tatsächlich dazu diese Distanzen ein wenig zu unterschätzen – unglaublich, oder Lächelnd Die wahre Härte dazu kam aber durch die vielen Höhenmeter die man auf jeder Etappe überwinden musste. Es wahren Großteils auch keine „normalen“ Höhenmeter sondern viele unrhythmisch zu laufenden / gehenden Höhenmeter bei den man viel steigen musste (Felsblöcke usw).  Bis auf eine Etappe bei der wir „nur“ ca. 1800 Hm (Anm.: ist trotzdem noch mehr als von Schwarzach aufs Heuckarek und zurück) dabei hatten waren es immer deutlich über 2000 Hm – auf der Königsetappe mit 51 Km sogar über 3000 Hm. Ab dem 4 – 5 Tage gibt es so gut wie kein Team mehr das nicht in irgendeiner Form Probleme hat, und sei es nur die extreme Müdigkeit die sich einfach in vielen Passagen bemerkbar macht (es passieren mehr Stürze, man knöchelt viel leichter um usw. als noch auf den ersten paar Etappen)! Von den 300 Teams die in Garmisch am Start standen kamen „nur“ 210 Teams in Brixen als Zweierteam ins Ziel – waren es für viele nicht unbedingt Verletzungen oder Erkrankungen die ein weiterlaufen verhinderten, konnten viele einfach die vom Veranstalter auferlegten Cut off Zeiten nicht mehr einhalten womit sie ebenfalls nicht mehr weiterlaufen durften!
Der TAR wird von der deutschen Eventagentur „Plan B“ organisiert – das erwähne ich deshalb weil ich noch NIE eine derartig perfekt organisierte Veranstaltung gesehen habe (und ich lege mir beim organisieren meiner eigenen Veranstaltungen die Latte sehr hoch!). Es beginnt beim Taschentransport deiner Eventtasche – die wird immer von „deinem“ Hotel abgeholt und in „dein“ Hotel der nächsten Etappe gebracht (dabei sei noch einmal erwähnt das es 600 Teilnehmer gibt wo jeder „sein“ eigenes Hotel hat!).  Es gibt jeden Tag ein Abendessen für 800 Menschen (Teilnehmer und Helfer) welches keine Wünsche offen lässt was Menge, Qualität und Abwechslung betrifft – meistens mit Haupt- und Nachspeise. Es gibt Shuttleservice vom Veranstaltungsgelände ins Hotel, zurück zum Abendessen, wieder ins Hotel und wieder zum Start… usw. – organisatorisch einfach unglaublich!!!
Viele Fragen mich was mich nach so langer Zeit im Laufsport antreibt so etwas intensives zu machen? Nun ja – ich gestehe das ich einfach süchtig bin – zum Einen einfach nach dem Laufen und zum Andern nach solch unglaublich geilen Veranstaltungen! Ich mag es einfach sehr mich selbst in solche intensiven (Lauf-) Extrembereiche zu begeben um dann mit mir selbst „umzugehen“. Ich glaub das jeder der selber läuft weiß was nach 5, 10, 20 oder 40 Kilometer passiert – läufst du aber darüber hinaus entscheidet meistens nur mehr dein Kopf über Erfolg oder Misserfolg – über gutes oder schlechtes Gefühl – genau diese Momente liebe ich  Lächelnd Und es ist einfach ein großes Privileg das man (mit 52) dass alles machen kann, das man an solchen Bewerben überhaupt Teilnehmen kann Lächelnd und damit meine ich nicht das man die finanziellen Möglichkeiten hat. Nein – ich meine das man so wie beim TAR nach 6 Tagen in denen man schon über 220 Kilometer mit 14000 Höhenmetern zurückgelegt habe, sich auf den finalen Downhill freuen kann, das dich deine definitiv seehhrr müden „Beinchen“ im flotten Lauftempo noch relativ „locker“ 1000 Höhenmeter nach runter nach Brixen (in dem Fall der Zielort) bringen Lächelnd
Übrigens – ich bin mit meinem steirischen Freund Norbert Wastian im Team gestanden! Beide hatten wir uns nicht Bestzeiten oder tolle Platzierungen zum Ziel gesetzt, sondern eine Woche voller Genussläufe. Unser Ziel war es gesund und lachend in Brixen anzukommen und das Ziel Bier gemeinsam zu genießen. Wir starteten in der Klasse „Senior Master Man“ (dabei muss man gemeinsam über 100 Jahre alt sein – wir hatten gemeinsam #102Jahre Verlegen) und belegten am Ende Rang 12 von 32 gestarteten Teams – auch in unserer Klasse kamen 8 Teams nicht ins Ziel! (Vielleicht auch ein Beweis unserer Grundmotivation nicht schnell und erfolgreich sondern genießend unterwegs zu sein: In den ersten 5 Tagen belegten wir immer die Ränge 12 und 13 – durch die gute Renneinteilung belegten wir am 6 Tag Rang 10 ….. und auf Etappe 7 Rang 6!
Sollte jemand jetzt auf den Geschmack gekommen sein und ernsthaft daran denken einmal mitzumachen hätte ich nur einen Wichtigen Tipp: neben einer natürlich guten Trainingsvorbereitung sollte man das Wichtigste gut überlegen – nämlich die Wahl des Teampartners!! Du teilst eine ganze Woche lang Tisch, Bett und Trail mit einer Person – und du kommst in dieser Woche zu über 100% an deine Grenzen!!! Wir haben im laufe dieser Woche nicht nur eine Zwischenmenschliche Tragödie erlebt …..Zwinkernd

 

PS: für mich persönlich gibt es definitiv eine zweite TAR Teilnahme LächelndLachend
Also dann – beste TAR Grüße Fredl

 

Ergebnisse gibt es hier

 

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