Start Berichte und Bilder Chiemgau 100km, 2015
Chiemgau 100km, 2015 PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Sonntag, den 23. August 2015 um 17:17 Uhr

Am letzten Juli Wochenende stand für meinen Lauf-Freund Richard Pirngruber

und mich der Chiemgauer100 Berglauf am Programm.

 

Der Lauf bedeutet für uns den letzten Test vor dem Ultra-Trail-Mont-Blanc (UTMB) Ende August in Chamonix.

 

Wobei jetzt unbedingt gesagt werden muss, dass es eigentlich dem Chiemgauer 100 nicht würdig ist als Testlauf bezeichnet zu werden!!

Beim Ciemgauer100 kann man entweder 100 Meilen oder 100 Kilometer laufen.
Die Strecke führt über weite Teile durch Naturschutzgebiet, sodass die Behörden nur 150 LäuferInnen (50 auf der Meilen- und 100 auf der Kilometerdistanz) eine Teilnahme genehmigen.
Die Veranstaltung selbst ist auch dadurch eine sehr kleine, familiäre und beschauliche Geschichte, die durch extrem engagierte Helfer und vor allem durch den Organisator Giselher Schneider unter dem Motto „Läufer für Läufer“ abgehalten wird (sehr wenige Zuschauer – man glaubt teilweise, dass man in Ruhpolding nichts vom Lauf weiß, aber PERFEKT organisiert!!).
Bereits am Freitag Nachmittag zwischen 14.00 Uhr und 19.00 Uhr (Mann/Frau durfte selbst wählen wann er/sie starten will – immer zur vollen Stunde ist das möglich) gingen die 100 Meilenläufer ins Rennen, die durch die Nacht hindurch ihre ersten 83 Kilometer mit zusätzlichen 3000 Höhenmetern absolvieren, ehe sie am nächsten Morgen mit den 100 Kilometerläufern ab km 26 die selbe Runde bestreiten.

Für uns gab es Briefing und Nudelparty am Freitag, um uns auf das zu erwartende einzustimmen. Ganz neu ist das für uns ja nicht, war es immerhin schon die dritte Teilnahme in Ruhpolding.
Der Wettkampftag begann für uns um  3.45 Uhr mit der üblichen Wettkampfvorbereitung.

Danach ging es ins Ruhpoldinger Waldstadion Fuchsau (Start- und Zielgelände), wo es um 4.30 Uhr noch ein gemeinsames Frühstück mit Honigsemmel und heißem Kaffee gab (Dankenswerter weiße vom Kantinenwirt zur Verfügung gestellt). Weiter ging es zur Teilnehmerkontrolle und Registrierung und pünktlich um 5.00 Uhr hieß es dann ganz unspektakulär „3, 2, 1 Los! Viel Spaß wünsch ich euch“!!!
Zu diesem Zeitpunkt wurde es gerade hell und es war auch noch trocken, was sich aber im laufe des Tages noch ändern sollte.
Die ersten 26 Kilometer führten uns mit ca. 600 Höhenmetern rund um den Rauschberg und wieder zurück nach Ruhpolding.
Die körperliche Frische und die noch relativ wenigen Höhenmeter auf dieser ersten Schleife, ließen uns flott vorankommen, so dass wir nach ca. 3 Stunden wieder im Start- Zielgelände waren. Ein zweites Frühstück zu uns genommen (die Labestationen sind mitunter das Beste was ich im Laufsport gesehen habe!), ging es weiter auf die große 74 Kilometer Schleife.
Jetzt sollte es auch wirklich losgehen mit den Strapazen – auf den nächsten 74 Kilometer erwarteten uns 5 Berge und knapp 4000 Höhenmeter!
Die Streckenführung bot einen ebenso interessanten wie ausgewogenen Wechsel zwischen „flowigen trails“, steilen Bergaufpassagen, leicht zu laufenden Forststraßen, Wald- und Wiesenpfaden sowie technischen anspruchsvollen Bergwege.

Unternbergsattel, Hörndlwand, Hochsattelscharte und die Gleichenbergalm waren die vier Berge, die es auf den nächsten 40 Kilometer zu überwinden galt.
Für uns bekam das Rennen bei km 59 ein anderes Gesicht – es begann, zwar nicht ganz unerwartet aber dann doch sehr schnell, wie aus Kübeln zu schütten. Der Regen war phasenweise extrem intensiv. Dadurch wurden die Trails teilweise extrem schlammig und sumpfig, auch der starke Wind lies uns leiden und ordentlich frösteln.

Kupiert und „dreckig“ ging es damit weiter bis Kilometer 74 – und da standen wir dann vor der Endscheidung uns entweder der letzten bergigen Hürde mit dem Hochfelln zu stellen, oder aufgrund der Wettersituation die Strecke auf die offizielle 80 Km zu verkürzen!!

Nach kurzer Beratung entschieden wir uns (wie der Großteil des Hauptfeldes) dafür, der Empfehlung des Veranstalters zu folgen und aus Sicherheitsgründen die Direktvariante ins Waldstadion zu laufen.
Nach weiteren 6 Kilometern liefen wir in 12:27 Stunden als 9. in der 80Km Wertung ins Ziel

Über 100 Meilen lief Tom Wagner (Salomon Trail Running Team) ungefährdet in 21:56:30 ins Ziel. Auf Platz zwei und drei folgten Armin Bernard (Rosenheim) mit 24:32:58 sowie zeitgleich Sven Winkelmann (Alfter) und Michael

Wagner (Harzer Ultra Running Team) in 30:02:57.

Bei den Frauen war Anke Drescher (Pfinztal) die Einzige, die die ganz lange Strecke erfolgreich bewältigte und in 32:47:57 den ersten Rang belegte.

Die 100 km gewann Marcel Leuze (MTV Kronberg) in 11:55:37 knapp vor dem Franzosen Thibaud Clipet (Landau Running Company) in 12:06:35 und dem jungen Österreicher Dominic Schuller (WSV Trattenbach – Skinfit).

Die Erste Frau war Ingrid Mutter-Wilhelm (Marathon Team Weil am Rhein) in 15:55:24 und die Zweite Sandra Press (Krailling) in 16:28:44.

 

Wir waren sicherlich nicht die einzigen die begeistert und beeindruckt von der Streckenführung und den hervorragend ausgestatten Verpflegungsstationen sowie den freundlichen und engagierten freiwilligen Helfern waren!

Die kompletten Ergebnisse sind im Internet unter www.chiemgauer100.de zu finden.